Gleichklang und Tinder: Wie unterscheiden sich die Nutzer?

2016-12-18 08:45 von Team Gleichklang (Kommentare: 9)

Liebe oder Flirt = Gleichklang oder Dating-App?

Bei Gleichklang richten wir alles daran aus, nur diejenigen Menschen anzuziehen, die es mit ihrer Partnersuche auch wirklich ernst meinen. Demgegenüber halten wir die derzeit populären Dating-Apps, wie Tinder, für weniger geeignet für eine echte Partnersuche (siehe auch hier einen vorherigen Artikel zu dieser Thematik). Wir erwarten, dass sich zu Tinder eher diejenigen hingezogen fühlen, deren Hauptfokus nicht auf der Partnersuche liegt.


Auch wenn es wohl nicht der Interpretation der Studienautoren entspricht, sehen wir uns durch eine soeben im Fachjournal Telematics and Informatics veröffentlichte wissenschaftliche Studie in dieser Ansicht bestätigt. Die Studie hat uns außerdem motiviert, eine eigene Umfrage bei Gleichklang-Nutzern zu starten.


Die ursprüngliche Studie und unsere eigenen Ergebnisse stellen wir in diesem Artikel vergleichend vor:


Wissenschaftliche Studie: Motive der Tinder-Nutzung


Die Studie untersuchte 166 Tinder-Nutzer, die nach ihren Motiven für die Benutzung von Tinder befragt wurden. Es wurden sechs Hauptmotive festgestellt. Nach ihrer Bedeutsamkeit für die Nutzer sortiert, ergab sich in der Studie folgende Reihenfolge:

 

1. Trendorientierung (neu und cool)
2. Erlebnishunger (Aufregung und Thrill)
3. Liebe (Beziehung finden)
4. Selbstbestätigung (Komplimente und Zuwendung erhalten)
5. Sex (z.B. One-Night Stand, Erotikbilder austauschen...)
6. Einfachheit der Kommuniation (Schüchternheit überwinden, Online unkompliziert kommunizieren können)


Auffällig ist, dass das Liebes-Motiv erst an dritter Stelle der Rangfolge auftritt. Offensichtlich stand es also bei den befragten Tinder-Nutzern nicht im Vordergrund.


Hier werden die durchschnittlichen Stärken der Motive angezeigt, wobei die Motive auf einer fünfstufigen Skala von starker Ablehnung (1) bis zu starker Zustimmung (5) erfasst wurden. Entsprechend bildet die Zahl 3 den neutralen Bereich (weder Zustimmung noch Ablehnung):

 

 

Mittelwert

Liebe

2,24

Sex

1,88

Kommunikation

1,63

Selbstbestätigung

2,22

Erlebnishunger

2,97

Trend

2,71

 

Aus der Tabelle wird aus Sicht der Partnersuche eine sehr geringe Durchschnittsstärke des Liebes-Motivs deutlich:

 

Das Liebes-Motiv erreicht nicht einmal den neutralen Bereich, sondern liegt in Richtung Ablehnung.

 

Grundsätzlich sind alle Motive eher geringgradig ausgeprägt, wobei bemerkenswert ist, dass Trend und Erlebnishunger die beiden stärksten Motive sind. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass es Tinder-Nutzern offenbar an einer einheitlichen starken Motivlage fehlt.


Auf jeden Fall wird aus den Daten deutlich, dass die befragten Tinder-Nutzer offensichtlich mehrheitlich gerade nicht über Tinder nach einer Liebesbeziehung suchten.


Umfrage unter Gleichklang-Mitgliedern


Die Tinder-Studie gab uns Anlass, diese Umfrage durchzuführen. An unserer Umfrage beteiligten sich bisher 1022 Gleichklang-Mitglieder im Alter von 19 bis 90, unter ihnen 481 Frauen, 382 Männer, 3 Intersexuelle und 256 Personen, die ihr Geschlecht in der Umfrage nicht benannten.


Wir verwandten die gleichen Items (Fragen) zur Erfassung der sechs Motive wie die Autoren der Tinder-Studie. Ebenfalls verwandten wir die gleiche fünfstufige Skala von starker Ablehnung bis starker Zustimmung.


Hier werden die Durchschnittswerte der Gleichklang-Mitglieder und zur Erinnerung noch einmal links daneben die Durchschnittswerte aus der Tinder-Studie gezeigt:

 

 

Gleichklang

Tinder-Studie

Liebe

4,19

2,24

Sex

1,98

1,88

Kommunikation

2,81

1,63

Selbstbestätigung

2,52

2,22

Erlebnishunger

2,41

2,97

Trend

2,26

2,71

 

Sofort erkennbar wird ein enormer Mittelwertunterschied beim Liebes-Motiv. Während in der Tinder-Studie dies Motiv nur den Durchschnittswert von 2,24 erreichte, schnellt der Durchschnittswert bei unseren Mitgliedern auf 4,19 hoch. (In Anbetracht der in der Tinder-Studie angegebenen Standardabweichung von s=1,01, der Standard-Abweichung in der Gleichklang-Umfrage von nur s=0,56, sowie der Stichprobenumfänge (166 und 1022), ist es klar, dass dieser Unterschied statistisch signfikant ist.)

 

Gleichklang-Mitglieder sind demnach bei Weitem stärker motiviert, eine Liebesbeziehung zu finden als die Nutzer in der Tinder-Studie.


Deutlich höher ist bei den Gleichklang-Nutzern außerdem die Skala Kommunikation. Demnach streben Gleichklang-Mitglieder offenbar häufiger eine Vereinfachung der Kommunikation als Tinder-Nutzer an. Allerdings dominiert bei Weitem das Liebes-Motiv und die Vereinfachung der Kommunikation ist eindeutig ein sekundärer Faktor.


Tatsächlich erreicht bei den Gleichklang-Mitgliedern allein das Liebes-Motiv einen Durchschnittswert, der auf eine eindeutige und generalisierte Bejahung hinweist. Ein entsprechend prägnantes Motiv ist in der Tinder-Studie nicht erkennbar.


Außerdem beobachteten wir eine sehr hohe Einheitlichkeit bei unseren Mitgliedern:


Letztlich stimmten nahezu alle Gleichklang-Mitglieder dem Liebesmotiv zu. Tatsächlich gibt es in der Gleichklang-Umfrage lediglich 3,3% Teilnehmer, die unterhalb der Zustimmungsschwelle zum Liebes-Motiv lagen. In der Tinder-Studie ist dies demgegenüber die Mehrheit der Nutzer, was daran deutlich wird, dass bereits der Durchschnittswert weit unterhalb des neutralen Bereichs liegt!


Der Hauptbefund ist also, dass Liebe mit weitem Abstand alle Motive der Gleichklang-Mitglieder anführt.

 

Gleichklang-Mitgliedern geht es also vor allem und den meisten sogar fast nur um das Finden einer echten Liebesbeziehung. Bei den Tinder-Nutzern in der Studie spielte demgegenüber die Suche nach einer Liebesbeziehung eine nur untergeordnete Rolle. Den meisten Tinder-Nutzern der Studie ging es eben gerade nicht darum, eine Liebesbeziehung zu finden.


Tinder bei Gleichklang-Nutzern


Wir haben unsere Mitglieder auch gefragt, ob sie Tinder verwenden und welche Motive sie dabei haben. Es zeigte sich, dass lediglich 6,7% oder 68 Gleichklang-Mitglieder angaben, bereits Tinder verwandt zu haben. Offenbar fühlen sich Gleichklang-Mitglieder also zu Tinder nur selten hingezogen.


Hier werden die Motive der Untergruppe dieser 68 Gleichklang-Mitglieder für ihre Tinder-Nutzung, aber auch für ihre Gleichklang-Nutzung gezeigt. Ein statisitsch signifikanter Unterschied auf dem 95%-Signifikanzniveau wird durch ein * angezeigt:

 

 

Gleichklang

Tinder

Signifikanz (95%)

Liebe

4,28

3,86

*

Sex

2,26

2,64

*

Kommunikation

2,86

2,75

 

Selbstbestätigung

2,65

2,73

 

Erlebnishunger

2,48

3,05

*

Trend

2,31

2,81

*

 

Obwohl es die gleichen Personen sind, zeigen sich zwischen Gleichklang und Tinder deutliche Unterschiede in den Motiven:


Bei der Gleichklang-Suche geht es signifikant stärker um die Suche nach einer partnerschaftlichen Beziehung als bei der Tinder-Suche. Bei Tinder spielen demgegenüber Sex, Erlebnishunger und Trend eine signifikant stärkere Rolle.

 

Trotzdem zeigen aber Gleichklang-Mitglieder, die auch bei Tinder suchen, dort ein höheres Liebes-Motiv als die Tinder-Nutzer aus der Studie. Dies dürfte daran liegen, dass Gleichklang-Mitglieder sich insgesamt durch eine besonders ernsthafte Partnersuche auszeichnen, was sich dann auch bei anderen Plattformen widerspiegelt.


Was hilft bei der Partnersuche?


Wir haben ebenfalls berechnet, inwiefern die sechs Motive den Erfolg der Partnersuche fördern oder ihm schaden können. Insgesamt gaben 12,8% der Befragten an, über Gleichklang Partnerschaft gefunden zu haben.

 

Dies mag gering erscheinen, aber außer 30 Ex-Mitgliedern handelte es sich bei den Befragten ausschließlich um aktuelle Mitglieder, die noch auf der Suche sind. Die meisten Mitglieder beenden nämlich die Mitgliedschaft bei Gleichklang, wenn sie erfolgreich waren.

 

Entsprechend ergaben sich bei Trennung nach Mitgliedern und Exmitgliedern auch folgende Erfolgsraten: 11,7% (aktuell suchende Mitglieder) und 43,3% (Ex-Mitglieder). Dass nur ein kleiner Anteil der noch Suchenden, aber ein sehr viel größerer Anteil der Ex-Mitglieder bereits erfolgreich war, ist völlig plausibel.


Eine Regressionsanalyse zeigte, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit signifikant durch die sechs Motive vorhergesagt werden kann, allerdings nur zu einem sehr geringen  Anteil (multiple Korrelation R = 0,251).

 

Den Erfolg förderten jeweils signifikant das Liebes-Motiv und der Erlebnishunger. Selbstbestätigung reduzierte demgegenüber signifikant die Erfolgswahrscheinlichkeit der Partnersuche.


Dass das Liebes-Motiv den Erfolg fördert, ist selbsterklärend.

 

Warum aber fördert auch der Erlebnishunger den Erfolg. Aus psychologischer Sichtweise ist dies insofern plausibel, als dass Personen mit höherem Erlebnishunger sich vermutlich eher verabreden und tatsächlich treffen. Genau dies erhöht aber die Aussichten dafür, dass eine Partnerschaft überhaupt entstehen kann.

 

Warum wirkt sich Selbstbestätigung negativ aus? Personen, denen es darum geht, sich selbst zu bestätigen, z.B. Komplimente zu erhalten, sind vermutlich weniger wechselseitig in ihrer Kommunikation und mögen zudem sich eher zurückziehen, wenn ihr Selbstbestätigungsbedürfnis nicht unmittelbar erfüllt wird. Dies kann aus psychologischer Sichtweise erklären, warum sie etwas weniger erfolgreich sind als andere Mitglieder.


Wieso sind die Auswirkungen der Motive so gering?

 

Als Erklärung bietet sich an, dass bei allen Mitgliedern eine sehr hohe Einheitlichkeit der Motive vorliegt und insbesondere bei nahezu allen Mitgliedern das Liebes-Motiv dominierend ist. Wenn sich Mitglieder aber wenig in den Motiven unterscheiden, dann können diese Motive natürlich auch zu nur geringen Unterschieden in der Erfolgsrate führen.


Es folgt, dass es ratsam ist, bei Gleichklang das Motiv der Suche nach Beziehungen (Liebes-Motiv) in den Vordergrund zu stellen. Ebenfalls ist es empfehlenswert, aber auch eigene Erlebnisbedürfnisse zu entwickeln, neugierig zu sein und sich auf Begegnungen in der realen Welt einzulassen. Demgegenüber ist es für den Erfolg der Partnersuche eher abträglich, vorwiegend nach Selbstbestätigung zu suchen. Bei einer Beziehung steht nämlich Wechselseitigkeit im Vordergrund. Suche nach Selbstbestätigung kann schnell zu eher oberflächlichen Entscheidungsprozessen führen, die dem Erfolg der Partnersuche entgegenstehen.


Ist es alles eine Frage der Jugend?


Bei der Studie zu Tinder beteiligten sich ausschließlich junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren. Die Altersverteilung bei Gleichklang und auch bei unserer Umfrage ist demgegenüber eine komplett andere. Das Durchschnittsalter bei den Umfrageteilnehmern betrug tatsächlich 48,31.


Könnte es sein, dass es nicht Gleichklang oder Tinder waren, sondern dass einfach das relativ junge Alter der Teilnehmer der Tinder-Studie zu den auffälligen Unterschieden in den Motiven zwischen Gleichklang und Tinder führte?


Wenn es so wäre, würde dies tatsächlich unserer Analyse nicht widersprechen. Denn in der Tat suchen jüngere Leute (im Durchschnitt) oftmals mit weniger Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit nach einer Partnerschaft als Menschen in einem bereits etwas höheren Lebensalter. Bei jüngeren Leuten wirken sich Motive, wie Trendigkeit, stärker aus. Womöglich fühlen sich also genau deshalb jüngere Leute eher zu Tinder und Menschen mittleren und höheren Alters eher zu Gleichklang hingezogen.


Trotzdem gibt es aber auch bei Gleichklang junge Leute. Hier werden die gemittelten Werte für eine Subgruppe von 64 Studienteilnehmer im Alter von 19 bis 30 für die sechs Motive angezeigt. Zur besseren Übersicht werden links daneben noch einmal die Werte der Gesamtstichprobe dargestellt. Zudem wird durch ein * angegeben, wenn sich die Werte der jungen Mitglieder von den anderen signifikant (95%) unterschieden:

 

 

19 bis 30

Alle Mitglieder

Signifikanz (95%)

Liebe

4,30

4,28

 

Sex

2,00

2,26

 

Kommunikation

3,09

2,86

*

Selbstbestätigung

2,66

2,65

 

Erlebnishunger

2,39

2,48

 

Trend

2,19

2,31

 

 

Die Ergebnisse der jungen Leute sind nahezu identisch mit den Ergebnissen der Teilstichprobe. Auch bei den jungen Mitgliedern dominiert das Liebes-Motiv alle anderen Motive. Auch die jungen Gleichklang-Mitglieder unterscheiden sich dadurch massiv von den jungen Teilnehmern der Tinder-Studie.


Lediglich bei einem Motiv zeigt sich ein signifikanter Unterschied: Die jüngeren Leute nutzen Gleichklang etwas stärker als die anderen Mitglieder auch zur Vereinfachung der Kommunikation.


Damit kann als gesichert gelten, dass die hier diskutierten Befunde mit den Plattformen (Tinder, Gleichklang) und nicht mit dem Alter der Befragten zusammenhängen. Gleichklang und Tinder unterscheiden sich offenbar dadurch, dass Gleichklang wesentlich stärker das Liebes-Motiv anspricht.

 

Wie steht es mit Geschlechtsunterschieden?

 

Hier werden die durchschnittlichen Motivstärken der Gleichklang-Mitglieder getrennt nach Frauen (481) und Männern (382) angezeigt:

 

 

 

Frauen

Männer

Signifikanz (95%)

Liebe

4,21

4,24

 

Sex

1,71

2,36

*

Kommunikation

2,70

3,01

*

Selbstbestätigung

2,48

2,62

*

Erlebnishunger

2,35

2,54

*

Trend

2,28

2,29

 

 

 

Bei Liebe, dem wichtigsten Motiv, zeigen sich keinerlei Geschlechtsunterschiede. Männer und Frauen suchen bei Gleichklang vorallem nach einer partnerschaftlichen Beziehung. Das Liebes-Motiv dominiert alle anderen Motive bei beiden Geschlechtern.

 

Männer sind allerdings zusätzlich etwas stärker durch Sex, Vereinfachung der Kommunikation, Selbstbestätigung und Erlebnishunger motiviert bzw. lehnen genau genommen diese Motive seltener ab. Denn auch bei den Männern erreichen diese Motive im Durchschnitt maximal den neutralen Bereich und spielen in der Regel daher eine nur sehr untergeordnete Rolle.

 

Zusammenfassend, gibt es zwar Geschlechtsunterschiede, es überwiegen aber die Gemeinsamkeiten zwischen den Geschlechtern. Männern wie Frauen geht es bei Gleichklang vorwiegend um die Liebe, alles andere ist zweitrangig.

 


Resümee


Die hier dargestellten Ergebnisse stützen die Annahme, dass Tinder ganz offensichtlich eher nicht mehrheitlich Menschen anspricht, bei denen die Suche nach einer festen Beziehung im Mittelpunkt ihrer Motivlage steht. Genau dies unterscheidet Tinder von Gleichklang.

 

Bei Gleichklang nehmen Menschen teil, deren Motivation durch die Suche nach einer partnerschaftlichen Beziehung dominiert wird. Dies gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. Wir glauben, dass die große Beliebtheit der Dating-Apps, wie Tinder, daher eine Partnervermittlung wie Gleichklang nicht ersetzen kann.

 

Die Befunde sind nach unserer Einschätzung damit über Gleichklang hinausgehend bedeutsam. Denn Sie zeigen, dass die Annahme unrealistisch ist, dass ein System der Dating-Apps, wie es derzeit z. B. bei Tinder umgesetzt ist, die Suche über Partnervermittlungen unnötig machen könnte.


Die Chancen auf eine erfolgreiche Partnersuche sind aus unserer Überzeugung dort am höchsten, wo sich Menschen begegnen, denen die Findung einer tatsächlichen Liebesbeziehung wirklich am Herzen liegt. Dies ist jedenfalls bei Gleichklang der Fall, aber sicherlich auch bei anderen Partnervermittlungen. Wir glauben daher nicht, dass die Dating-Apps in Zukunft die Online-Partnervermittlungen ersetzen werden.


Alle Menschen, die ernsthaft nach einer Partnerschaft suchen, laden wir herzlich ein, es bei Gleichklang zu probieren!

 

Verfasser: Dr.Guido F. Gebauer, Diplom-Psychologe bei Gleichklang

 

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Kommentar von Ulrike K | 2016-12-18

Herzlichen Dank für den Artikel. Genau deshalb bin ich bei Gleichklang und nicht bei Tinder! :-)

Kommentar von Felix | 2016-12-18

Interessante Studie. Wobei ich mich frage ob die Vergleichsstudie von Tinder mit gerade einmal 166 Mitgliedern tatsächlich repräsentativ für einige Hunderttausend deutsche Tinder Mitglieder ist.

Kommentar von Guido F. Gebauer | 2016-12-18

@Felix

Das ist richtig. Es kann nicht direkte Repräsentativität beansprucht werden. Allerdings arbeitet man z.B. in der Psychologie sehr viel mit kleinen Stichproben, oft sogar Studenten. Trotzdem erweisen sich gefundene strukturelle Zusammenhänge in der Regel als erstaunlich konstant über verschiedene Stichproben hinweg, während die absoluten Zahlen sicherlich schwanken mögen. Genau deshalb konnte die Tinder-Studie in einem wissenschaftlichem Fachjournal mit Peer-Review veröffentlicht, weil die berechtigten Zweifel an der Repräsentativität dennoch nicht den Gewinn der Studie ausräumen.

Zudem geht es nicht nur um die Zahlen an sich, sondern auch um ihre Einbettung in ein theoretisches Annahmenkonstrukt. Hier erfüllen die Ergebnisse genau das, was wir auch vorher erwarteten, ohne die Zahlen überhaupt zu kennen.

Insofern bekräftigen die Befunde schon unsere Grundannahme, zumal die Ergebnisse ja auch keineswegs knapp, sondern sehr sehr eindeutig sind, gerade was das Liebes-Motiv betrifft, auf welches wir vorwiegend Wert legen.

Nach allem, was wir auch sonst so wissen und hören, sind die jetzigen Zahlen konsistent mit der Annahme, dass bei den Dating-Apps eben kein starkes und generalisiertes Motiv nach einer Partnersuche im Vordergrund der Nutzung steht. Dies aber ist ein entscheidender, nach meiner Ansicht sogar der wichtigste Unterschied zu Gleichklang.

Aber sicher hast du Recht, dass repräsentativere Studien wünschenwert wären. Sobald wir erneut Daten, die sich auf andere Plattformen und auch Tinder beziehen, entdecken, werden wir erneut Vergleiche durchführen.

 

Übrigens habe ich auch die hauptverantwortliche Studienautorin kontaktiert und einmal auf unsere Ergebnisse  hingewiesen. Ich bin gespannt, wie sie es sieht, denn sie hatte ihre Daten eher als Stütze für eine auch bei Tinder repräsentierte Partnersuch-Motivation interpretiert. Nach meiner Einschätzung zeigen die Daten aber, vor allem im Vergleich, das Gegenteil.

Kommentar von Granata | 2016-12-18

Wieviele Mitglieder hat Gleichklang insgesamt?

Kommentar von Guido F. Gebauer | 2016-12-18

Gleichklang hat seit einigen Monaten stabil über 16000 Mitglieder, wobei wir uns auf die 16500 langsam annähern.

Bei einer Jahresmitgliedschaft bedeutet dies, dass aufgrund neu hinzukommender Mitglieder (immer ein paar mehr als gehen) sich die Anzahl potentieller Kontakte ungefähr verdoppelt.

Bei Gleichklang gibt es nur kostenpflichtige Mitglieder, was etwas völlig anderes ist als kostenlose Mitglieder. Denn einfach mal so mitmachen, tun enorm viele Personen, auch wenn sie gar nicht ernsthaft suchen oder gar bereits verheiratet sind.

Außerdem gibt es bei Gleichklang nahezu nur Mitglieder, die sich mit der ökologisch-sozialen Ausrichtung identifizieren. Insofern sind wir mit den großen Dating-Plattformen, die sich an jeden wenden und die Leute erstmal kostenlos "ködern", nicht vergleichbar.

Kommentar von Alina | 2016-12-19

Ich halte es halt trotz der Kosten-Verpflichtung für fraglich, wie viele der 16000 Mitglieder überhaupt aktiv sind. Meine Erfahrung ist, dass ein sehr hoher Anteil der Vermittlungsvorschläge gar nicht erst das Profil zeitnah (sagen wir mal im Laufe von ca. einer Woche) liest. Das dürften dann Leute sein, die evtl. aufgrund aktueller Dates usw. gerade pausieren, oder aber die aufgegeben haben!? Jemand, der zu Beginn der Mitgliedschaft seinen Jahresbeitrag bezahlt hat, kann ja trotzdem - warum auch immer - binnen weniger Monate das Handtuch werfen und ist dann nur noch eine Karteileiche. Interessant wäre somit noch eine Statistik darüber, wie hoch der Prozentsatz derjenigen Mitglieder ist, die sich (z.B.) im Verlaufe der letzten beiden Wochen eingeloggt UND eine Aktivität gezeigt haben (z.B. Profile gelesen oder Nachrichten geschrieben).
Was Eure oben dargelegte (natürlich sehr interessante) statistische Untersuchung betrifft, dürften daran genannte Karteileichen eher weniger teilgenommen haben, was insgesamt natürlich die Aussagen über die Gleichklang-Gesamtheit verzerrt.

Kommentar von Guido F. Gebauer | 2016-12-20

Das Kriterium sollte nicht "zeitnah eine Woche", sondern Lesen von Vorschlägen insgesamt sein. Die Mehrheit der Vorschläge bei den Partnervorschlägen wird gelesen. Allerdings liest tatsächlich nicht jeder jeden Vorschlag, was aber nicht bedeutet, dass er/sie eine Karteileiche ist, auch wenn es uns ärgert. Manche lesen nur einen Anteil der Vorschläge (aus welchen Gründen auch immer), andere reagieren erst dann, wenn jemand ihnen eine Nachricht schreibt. Auch das sind aber keine Karteileichen.

So stellen wir regelmäßig selbst bei Menschen, die sich wegen ungelesener Profile beschweren, fest, dass diese selbst nicht alle Vorschläge gelesen haben. Trotzdem suchen sie ernsthaft.

Es gibt Mitglieder, die nur sehr selektiv kommunizieren. Karteileichen sind dies ebenfalls nicht, sondern sie haben einen anderen Stil.

Fast alle Mitglieder loggen sich mehrfach im Monat ein und zwar während ihrer ganzen Mitgliedschaft. Erfolgreiche Mitglieder kündigen oft sofort. Frustrierte Mitglieder kündigen ebenfalls oft schnell. Manche ändern aber auch ihre Meinung, spätestens wenn die Partnersuche doch erfolgreich war.

Die Datei "frischt sich insgesamt schon in hohem Tempo auf". Natürlich gibt es auch Karteileichen, aber wir haben keinen Zweifel, dass dies anteilsmäßig sehr wenige sind.

Die enorme Wirkung der Bezahlung sehen wir auch an den Abbruchsraten, wenn bereits alles ausgefüllt ist, außer der Bezahlbögen. Ebenfalls gibt es abertausende Personen, die alles ausfüllen, dann Vorabüberweisung wählen, aber keine Zahlung veranlassen. Wir hätten ein Vielfaches an Mitgliedern, wenn wir "kostenlos" erlauben würden.

Wir sind uns nach allen uns zur Verfügung stehenden Informationen (auch der Auswertung von Bögen von Interessenten, die nur die Bezahlung nicht abschlossen) ganz sicher, dass die Gebührenpflicht einen wirklich enormen Unterschied macht. Unsere Mitglieder-Anzahl wäre sehr hoch, aber die Datei-Qualität sehr niedrig, wenn wir Mitglieder kostenlos aufnehmen würden.

Die Daten der Umfrage entsprechen vom Alter, der Geschlechterverteilung, der Erfolgsrate bei noch suchenden Mitgliedern und auch den Zufriedenheitsratings (die im Artikel nicht separat geschildert wurden) genau dem, was wir in der Gesamtstichprobe unserer Mitglieder feststellen.

Außerdem sehen wir auch in den Fragebögen zu Beziehungsmodellen (die alle Mitglieder ausfüllen), dass wirklich das Motiv der Suche nach einer festen Beziehung absolut dominiert. Das erkennen zusätzlich in dem Wahlkriterium "unverbindliche erotische Kontakte?". Es ist eine unglaublich winzige Anzahl an Mitgliedern, die angibt, eigentlich vorwiegend erotische Kontakte zu suchen.

Die Umfrage bestätigt insofern, was uns andere Datenquellen ebenfalls sagen.

Zudem haben wir festgestellt, dass die gleichen Mitglieder, die diese Umfrage beantwortet haben, schildern, dass ihre Tinder-Nutzung weniger stark durch das Liebes-Motiv bedingt wird als ihre Gleichklang-Suche. Dieser Befund lässt sich also sicherlich nicht dadurch erklären, dass die Umfrage-Teilnehmer besonders motiviert seien (es sind ja die gleichen Personen). Außerdem wäre dann ja ebenfalls davon auszugehen, dass die Teilnehmer der Studie zu Tinder ebenfalls besonders motiviert gewesen wären. Damit würde es sich ausgleichen.

Insgesamt denke ich, dass die Umfrage sehr überzeugend zeigt, dass bei einer Partnerbörse, wie Gleichklang, die Motivation zur Partnersuche absolut im Vordergrund steht, während dies bei Dating-Apps eben anders ist. Das ist keine Kritik an Dating-Apps, die sicherlich auch ihre Berechtigung haben. Ein Angebot, wie Gleichklang, ersetzen können sie aber nicht.

Kommentar von Alina | 2016-12-23

Hallo Herr Gebauer,

vielen herzlichen Dank für Ihre ausführliche und zudem interessante Antwort!

Also ich selbst lese immer alle Vorschläge, lösche diese ggf. bei Nichtinteresse. Von den verbleibenden bleibt ein Großteil z.T. wochenlang stehen, so dass ich dann ebenfalls lösche.

Ich werde nun, schon rein aus statistischem Interesse ;-) keine Vorschläge mehr löschen, sondern über ein halbes Jahr hinweg für mich erfassen, wie viel % letztlich mein Profil lesen (also unabhängig davon, ob später Nachrichten folgen); das Ergebnis kann ich dann gerne hier reinschreiben.

Dass zum Zeitpunkt, zu dem die Bezahlung konkret ansteht, diese zu einem Entscheid führt "Mitgliedschaft ja/nein", ist für mich absolut nachvollziehbar. Ist aber erst mal bezahlt und läuft es nicht wie gewünscht, fliegt der Account (bildlich gesprochen) vielleicht bei dem einen oder anderen in die Ecke wie ein überflüssig gewordenes Konsumprodukt.
Vielleicht ist auch ein nicht unerheblicher Anteil an Mitgliedern dabei mit konkreten "Anbahnungsphasen", so dass die Teilnahme per Nichtaktivität (statt der Möglichkeit der Aussetzung zu nutzen) eben ruht. So mancher löscht vielleicht nicht voreilig den Account, wenn er/sie die Partnerschaft noch nicht in trockenen Tüchern hat ;-)
Ist aber halt effektiv trotzdem nicht mehr aktiv!

So meine Überlegungen aufgrund der Vielzahl nicht gelesener Profile, aber wie gesagt mache ich dazu noch eine eigene (dann natürlich einzelfallbezogene) "Statistik".

Was die "ungebundenen erotischen Kontakte" betrifft, kreuzt offenbar die Mehrheit der Männer die Option an, dass sie zwar Partnerschaft suchen, "bis dahin" aber eben auch für o.g. Kontakte offen sind, was ich nun auch nicht sooo prickelnd finde als Einstellung.

Eine gewisse Oberflächlichkeit zieht sich m.M.n. zunehmend auch durch die seriösen Börsen wie Gleichklang, wofür die Anbieter natürlich nichts können; das widerspiegelt einfach ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Ein deutlicher Unterschied zu Tinder&Co. bleibt aber auf alle Fälle bestehen, was ja auch Ihre Umfrage ergeben hat und was ich sehr positiv und ermutigend finde!

Kommentar von Andreas | 2017-01-02

Nach meiner Erfahrung bei Gleichklang sind 50% der Partner-Vorschläge tot und 66% der Freundschaft-Vorschläge. Auf Seite der Frauen soll es noch schlimmer sein. Die Profil-Leser sind dann aber keineswegs auch alle kommunikationsbereit, geschweige denn, wirklich an Partnersuche interessiert, was z. B. am Nichtlesen von Mails deutlich wird! Wenn man nur entweder Männlein exklusiv oder Weiblein sucht, dann sind es außerdem nur 8000, was, wenn man nicht in der Mitte der Normalverteilung liegt, wohl kaum einen passenen Treffer ermöglicht, speziell auch, weil Gleichklang ja das Besondere anzieht! Und die 8000 sind über ganz Deutschland, Österreich, die Schweiz etc. verteilt, was auch nicht für jeden eine Möglichkeit darstellt. 16.000 ist also eine rein theoretische Zahl, die in der Praxis für den Nutzer wohl um eine Größenordnung reduziert werden muss, selbst dann, wenn man D-CH-A-affin sein sollte! Von dem Matching-Tortendiagramm will ich gar nicht anfangen, von dem keiner sagen kann, wie das zu interpretieren wäre, weil es ohne Zuordnung von Fragen und mit seiner Relativverteilung nicht interpretiert werden kann... Ein bisschen weniger markige Werbesprüche und ein wenig mehr Realismus würden den hehren Werten von Gleichklang besser zu Gesicht stehen, Herr Dr. Gebauer!